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arrying, oder „Von der Kunst seine Gegner verzweifeln zu lassen“
Essay by Tanka1969 - Platz 6 der UOB-SE-Verlosung
Prolog
Eine düstere Taverne etwas südlich-östlich von Cove. Die Stimmung war schon bedenklich schlecht, als ich den Schankraum betrat. Überall zerlumpt aussehende Gestalten, ich glaube, ich habe sogar jemanden mit einer Orc-Maske gesehen ! Die Luft war angefüllt mit Ausdünstungen von Menschen, die noch nie Wasser zum Waschen benutzt haben, geschweige denn wussten was Seife war… Ekel und der Drang mich zu übergeben begannen in mir aufzusteigen, doch dieses Gefühl kämpfte ich rasch nieder, denn mein Durst und Hunger waren größer. Gerade hatte ich an der schmutzigen Theke Platz genommen, als mich ein offensichtlich leicht angetrunkener Mann anrempelte. Nun ja, eine Entschuldigung durfte ich wohl nicht erwarten, so, wie der Typ aussah: Zerlumpte Kleidung, lehmverkrustetes Schuhwerk, aber auch, oh Wunder, ein Schwert in tadellosem Zustand und ein mächtiger Schild auf dem Rücken. „ Ey, Mann! Mach Platz !“, grunzte er mich an. Das weckte natürlich meinen Unmut.
„ Ihr solltet lernen Euch zu benehmen, mein Herr!“, empfahl ich ihm. „Sonst kann es mit Euch ein schlimmes Ende nehmen!“. Sein nachfolgendes undeutliches Genuschel konnte man wohl frei etwa so übersetzen: „Ich werde Dir gleich zeigen, was es heißt, sich mit mir anzulegen“ Es klang allerdings so ähnlich wie: „I wer’e ir eichch ssseign mmmpff mi mi anulegn…“
„Nun gut“, dachte ich bei mir. „So er es nicht anders will…“ Und ehe ich mich versah, standen wir vor der Kneipe und wollten uns duellieren.
Kaum hatte ich meine Streitaxt erhoben, hatte er schon seinen Schild in der Linken und seinen Kryss in der Rechten. Seltsamerweise wirkte er auf mich nicht mehr annähernd so betrunken, wie es vorher den Anschein hatte. So holte ich mit meiner Streitaxt weit aus, um ihm erstmal schmerzhaft klar zu machen, dass er so mit mir nicht umspringen kann. Er erwies als geschickter, als ich dachte. Mein Hieb prallte wirkungslos an seinem Schild ab, während ich plötzlich einen schmerzhaften Stich an meiner Seite verspürte. „Der hat mich getroffen!“, hatte ich gerade noch Zeit zu denken, als mich schon der nächste Streich traf. Ich spürte, wie mir langsam aber beständig das Blut an der Seite herunter lief. „Na warte !“, war mein nächster Gedanke. Schwungvoll wollte ich ihm mit meiner Axt den Schädel spalten, aber wieder scheiterte ich kläglich an seinem wohlgeführten Schild. Nachdem ich den dritten Treffer einstecken musste, wich er ein paar Schritte zurück und fragte mich grinsend: „ Na, wollt Ihr das Duell wirklich bis zum Ende fortführen ? Seht Euch an. Ihr seid verletzt und verliert bereits viel Blut. Ich rate Euch, gebt auf…!“ Das war augenscheinlich die beste Lösung, jedoch sträubte sich in mir der Stolz. Aber wer kann sich in solch einer Situation Stolz leisten? Wohl niemand, es sei denn, er wäre des Lebens überdrüssig. So nahm ich denn Haltung an und sprach: „Ihr sprecht wahr. Ich bin verletzt und werde den Kampf nicht mehr
siegreich beenden können. Wollt Ihr mir Gnade erweisen und mich meines Weges ziehen lassen ?“ Seine Antwort überraschte mich:“ Ich sehe, Ihr habt Eure Lektion gelernt. Lasst uns auf ein Gläschen hineingehen und verrate Euch ein paar Geheimnisse im Umgang mit dem Schild.“ Dankbar nahm ich sein Angebot an und als wir kurze Zeit später an der schmuddeligen Theke standen, sprach er mit ruhiger Stimme zu mir:
„So vernehmt nun meine Worte, auf dass Ihr in Zukunft den Schild gut zu führen wisst.
Zunächst solltet Ihr Euch überlegen, ob Ihr Euch ein wenig der Nekromantie widmen wollt, was ich sehr empfehlen kann, oder ob Ihr Euch auf Eure Rüstung verlassen wollt. Ich selbst wählte vor langer Zeit den Weg der Nekromantie, um mich in der Verteidigung mit dem Schild zu üben. Mit Schmuck and etwas Grundwissen solltet Ihr etwa 40 Punkte oder mehr erreichen. Mit diesem Grundwissen könnt Ihr den Zauber „Horrific Beast“ sprechen und verwandelt Euch damit in einen blauen Dämonen, der sehr schnell seine Hitpoints regenerieren kann. Nun, seid Ihr der Heilung befähigt ? Gut. Deckt Euch mit Bandagen ein.
Es wird Euch im Notfall helfen, falls Ihr nicht mehr schnell genug Lebenspunkte regeneriert. Ferner legt alles ab, was Ihr an Rüstung tragt. JA! Sehr mich nicht so verwundert an. Ihr braucht keine Rüstung zu tragen, sorgt Euch nicht. Sehr zu empfehlen ist ein Schild – egal welcher Machart es ist – welches eine einzige aber wirkungsvolle Eigenschaft besitzen sollte, nämlich „Self Repair“. Der Wert sollte irgendwo bei 3 oder 4 sein, dann spart Ihr Euch das Reparieren zwischendurch. Nun begebt nach Delucia in den Lost Lands. Wenn Ihr dort die Stadt in nördlicher Richtung verlasst, werdet Ihr nach kurzer Zeit auf Ansammlungen von Kühen, Bullen, Ziegen, Schafen und anderem Getier treffen. Und eben jene Tiere sind es, die Euch auf dem Weg zum Schildkämpfer helfen werden.
Benutzt nun den Zauberspruch „Horrific Beats“ um die Form des blauen Dämonen anzunehmen. Sollte Eure Fähigkeit nicht weit über 40 reichen, so werdet Ihr zwar of versagen, jedoch ist es den Verlust an Reagenzien wert. So Ihr also als Dämon dasteht, verbleibt an einem Fleck und attackiert nacheinander etwa 4 – 5 Schafe, auf dass sie Euch angreifen mögen.
Legt alle Waffen derer Ihr bereits kundig seid ab und gewährt den Schafen Euch ungehindert anzugreifen. Verlasst den Kriegsmodus und steht still, von den Schafen umzingelt. Eure Fertigkeit wird rasch steigen, wie Ihr feststellen werdet. Der Schaden, den die Tiere an Euch anrichten, wird schnellstens regeneriert durch Eure Verzauberung. Sorgt Euch also nicht.
Lasst die Schafe Euch attackieren bis Ihr etwa in dem Bereich von 50 – 55 seid. Nehmt dann weitere 3 Schafe auf’s Korn, so dass Ihr von mindestens 7 – 8 Schafen umgeben seid. Von nun an kann es vorkommen, dass Ihr nicht mehr schnell genug Lebenspunkte regenerieren könnt, so dass hier die Fähigkeit des Heilens sehr vorteilhaft in Erscheinung tritt. Heilt Euch gegebenenfalls selbst, sobald Ihr auf kritisches Niveau kommt. Ihr werdet schnell ein Gefühl dafür entwickeln, wann der Zeitpunkt gekommen ist. Solltet Ihr irgendwann einmal bemerken, dass Ihr nicht mehr weiterkommt, so wechselt einfach die Position um ein paar Schritte. Verzagt nicht, falls es einmal lange dauert, bis Ihr besser werdet, es ist vollkommen normal. So, nun habe ich Euch das Geheimnis des Schildkampfes offenbart, und ich hoffe, Ihr werdet Euch dessen würdig erweisen.
Lasst mich Euch abschließend noch folgendes mit auf den Weg geben: Solltet Ihr Euch nicht auf die Kunst der Nekromantie einlassen wollen, so kleidet Euch in eine vollständige Dull Copper Rüstung, um auf einen physischen Rüstungsschutz von 70 zu kommen. Ihr werdet dann allerdings häufiger heilen müssen, was jedoch nicht unbedingt von Nachteil sein muss.
Es wird Euch nebenher in der Heilkunst zu verbessern helfen. So Ihr keines Schildes mit „Self Repair“ habhaft werden könnt, so tun es auch mehrere Schilde ebenfalls aus Dull Copper gefertigt. Ihr müsst jedoch mindestens 8- 12 Stück mit Euch führen, um nicht ständig unterbrechen zu müssen.
Zu guter Letzt darf ich Euch noch sagen, dass ich lediglich 8 oder 9 Stunden gebraucht habe, um von 0 auf Legendary Parrying zu kommen...!
Geht nun, und versucht Euer Glück. Solltet Ihr Erfolg haben, so besucht mich mal wieder hier, ich bin häufiger in dieser Taverne anzutreffen. Das Essen ist zwar schlecht, aber das Bier dafür umso besser…“
Seine Worte kamen wohl einem Hinauswurf gleich und ich bedankte sehr herzlich bei ihm.
In kürzester Zeit hatte alle Dinge zusammen, die man seinen Worten nach brauchte und ging unverzüglich mit meiner Ausrüstung nach Delucia um den Wahrheitsgehalt seiner Worte einem Test zu unterziehen. Und siehe da: Alles verlief tadellos und exakt so, wie er es vorausgesagt hatte. Innerhalb kürzester Zeit erwuchs ich zum Elder Schildmeister.
Seit dem versuche ich meinen Mentor in der Taverne wiederzutreffen, doch man bescheidet mir jedes Mal, das ein Mann, auf den die Beschreibung passt hier noch nie gesehen wurde…
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